Shoppingwahnsinn!

Geschrieben am 6.12.2009

Die nächste Großstadt hier ist Milton Keynes mit ca. 150 000 Einwohnern. Milton Keynes gibt es erst seit 1967, es ist komplett künstlich und durchgeplant. Die Stadt mit den meisten Kreisverkehren und einem Straßennetz das aus regemäßigen Quadraten besteht, so das man fast denken könnte man ist irgendwo in den USA. Das Stadtzentrum besteht aus einen rießigen Shoppingmall, die bis Mitte der Neunziger die größte in Großbritannien war. Auf jeden Fall ausreichend groß. So groß das es ein paar Geschäfte und die meisten Fastfood-Ketten zwei mal gibt, weil es zu lange dauern würde an das andere Ende zu laufen wenn man einen spontanen Hunger auf Burger und Cola verspürt.

Und dann das: Raubüberfall

Ich war dabei! Zumindest fast. Und ich habe es überhaupt nicht gecheckt. Ich laufe so gemütlich in das Center, plötzlich sagt mir ein netter Mann von der Security das es hier nicht weitergeht und überall aufgeregte Menschen. Und es riecht komisch, juckt im Hals und alle inklusive mir müssen furchtbar husten. Ich hab gedacht sie haben ein Problem mit ihrer kleinen Kindereisenbahn auf dem kleinen Weihnachtsmarkt der da aufgebaut war und bin halt raus an die frische Luft und dann in einen anderen Teil des Einkaufszentrums gegangen und da war alles normal. Immerhin weiß ich jetzt das Tränengas wirklich nicht sehr angenehm ist. Das ist keine aufregende Erkenntnis, aber hier passiert halt sonst nicht so viel.

Gestern war ich dann nochmal und der ausgeraubte Juwelier hat einfach noch eine zweite Neueröffnung gemacht und alles sieht aus wie immer. Und dann war da noch: der neue Hollister-Shop! Seit einem halben Jahr sehnlichst in Milton Keynes erwartet, hat er vor zwei Wochen aufgemacht. Im Vorfeld gab es schon einen kleinen Skandal, weil sie per Aushang junge und sexy Aushilfen gesucht haben. Das hat in der Lokalpresse größeren Platz eigenommen, weil sich mehrere Leute beschwert haben, das sowas doch aus Antidiskriminierungsgründen nicht geht und sie damit so viele Leute ausgrenzen und öffentlich darf sowas sowieso niemand sagen. Aber es war vielleicht besser, denn: Gestern stand einer von den Mitarbeitern mit aufgeknöpftem Hemd und blankem, gestähltem, sonnenbankgebräuntem und rassierterm Oberkörper vor dem Laden und hat die schlangestehenden Menschen einer nach dem anderen reingewunken. Wenn das jemand Mitte 50 mit 15 kg zuviel gewesen wäre, wärs schon noch ein ganzes Stück schlimmer als es sowieso schon war, gewesen.

Nächste Woche werde ich mir mit einer Freundin noch einen Tag Weihnachtsshopping entweder in London oder in Oxford gönnen. Das wird wahrscheinlich auch sehr voll, aber ich hoffe auf Glühwein und noch die ein oder andere schöne Geschenkidee.