Geschrieben am 10.10.2009
Frage: In Bedford ist dieses Wochenende Beerfestival, also aus gegebenem Anlass: Wer ist schneller betrunken, der Deutsche der in England Pints trinkt oder der Engländer der in Deutschland die gleiche Anzahl Pils drinkt? Hier gehts nochmal zu der Erklärung.
Ich war heute in Bedford. Ich habe ein wenig verschlafen und dann das schwarze Loch entdeckt: Um 9.30 Uhr macht die Frühstücksausgabe im Wohnheim zu und um zehn öffnet erst das gemütliche Campuscafe. Und genau in dieser Zeit wollte ich Tee trinken, was macht man denn bitte in England ohne Frühstückstee?
Trotzdem habe ich dann mit genau noch zwei Mitstudenten den Bus nach Bedford bestiegen: Kostenpunkt 6,90 Pfund für das Returnticket, ca. eine Stunde Fahrt eine Richtung über lauter hübsche kleine englische Dörfchen und fährt stündlich, sogar am Wochenende. Busfahren hat in England auch anscheinend eine größere soziale Komponente, die Hinfahrt war eher wie ein rollendes Kaffeekränzchen.


Als ich dann angekommen war, wurde ich sehr positiv überrascht. Bedford ist ein schmuckes kleines Städtchen mit einem netten Flüsschen in der Mitte und viel Grün, vielen alten Häuschen und sogar einer Fußgängerzone.Und natürlich: ein großes Einkaufszentrum. In der Mitte. Auf der einen Seite mit neogothischer Fasade, auf der andern mit siebziger Jahre Sichtbeton, das die ganze Innenstadt dominiert.
Ein wunderschöner Tag, da auch das Wetter so gar nicht englisch war. Sonnenschein den ganzen Tag und auch noch sehr freundliche Temperaturen. Engländerinnen in kurzen Röcken, hohen Schuhen und gewagten Tops mit vielen kleinen Kindern an der Hand oder im Bugy wild am Shoppen. Doro mit Pullover und Jacke, dafür aber sehr entspannt. Plattgedrückt hab ich mir die Nase an einer hübschen kleinen Bäckerei, die wirklich alles im Angebot hatte was das Herz begehrt. Kleine gedeckte Apfelküchlein, Cookies in allen Variationen, fruchtige Muffins und quitschbunte Cupcakes, liebevoll mit orangener, rosaner und grüner Buttercreme für Halloween dekoriert. Buntes Essen ist hier deutlich gefragter als in Deutschland.
Gekauft hab ich auch ein paar Kleinigkeiten, unter anderem eine Teedose und Tee und eine Tasse, so bin ich an kommenden Wintertagen gerüstet, wenn mich jemand wieder von der Teeversorgung abschneiden will. Auf englischen Teepackungen wird die Stärke in einer Skala von 1-5 angegeben. Ich habe mich jetzt für eine drei entschieden, weil der den es hier im Wohnheim gibt, der ist so stark das ich jedesmal 3 Packungen Zucker reinmache, aber das kann nicht gesund sein. Vielleicht hilft aber tatsächlich Milch. Sieht dann aber nicht mehr schön aus. Man kann halt nicht alles haben.